{"id":5133,"date":"2026-09-08T11:54:29","date_gmt":"2026-09-08T09:54:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schuetzgesellschaft.de\/?p=5133"},"modified":"2026-09-08T11:54:29","modified_gmt":"2026-09-08T09:54:29","slug":"prof-dr-werner-breig-1932-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schuetzgesellschaft.de\/?p=5133","title":{"rendered":"Prof. Dr. Werner Breig (1932\u20132026)"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"600\" src=\"https:\/\/www.schuetzgesellschaft.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Werner_Breig.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5135\" style=\"width:223px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.schuetzgesellschaft.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Werner_Breig.jpg 600w, https:\/\/www.schuetzgesellschaft.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Werner_Breig-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.schuetzgesellschaft.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Werner_Breig-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 25.8.2026 ist Werner Breig im Alter von 94 Jahren in Erlangen gestorben. Der geb\u00fcrtige Zwickauer studierte seit 1950 zun\u00e4chst ev. Kirchenmusik in Berlin-Spandau, anschlie\u00dfend in Erlangen und Hamburg Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Bibliothekswissenschaft und wurde 1962 bei Hans-Heinrich Eggebrecht in Erlangen mit einer Dissertation \u00fcber Heinrich Scheidemann promoviert. Er folgte Eggebrecht nach Freiburg, wo er sich 1973 mit Studien zur Entstehung von Wagners <em>Ring des Nibelungen<\/em> habilitierte. Als Professor f\u00fcr Musikwissenschaft wirkte Breig von 1974 bis 1979 in Karlsruhe, 1979 bis 1988 in Wuppertal und von 1988 bis zu seiner Emeritierung 1997 an der Ruhr-Universit\u00e4t Bochum.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Breigs Forschungsinteressen waren breit gestreut: \u00e4ltere Tastenmusik, Sch\u00fctz, Bach, Wagner, Sch\u00f6nberg hie\u00dfen seine Schwerpunkte. In aller Regel beschr\u00e4nkte er sich nicht auf wissenschaftliche Studien, sondern zielte mit musterg\u00fcltigen Editionen immer auch auf die Praxis. Diese doppelte Bestimmung pr\u00e4gte in ganz besonderem Ma\u00dfe sein Engagement f\u00fcr Heinrich Sch\u00fctz, und zwar von Anfang an im Rahmen der Internationalen Heinrich-Sch\u00fctz-Gesellschaft. Deren Arbeit, deren Veranstaltungen und deren Zielsetzungen hat Werner Breig nachhaltig gepr\u00e4gt. 1976 wurde er in den Beirat gew\u00e4hlt, ihm geh\u00f6rte er bis 2003 an. Vorausgegangen waren seit 1970 musterg\u00fcltige Editionen innerhalb der <em>Neuen Sch\u00fctz-Ausgab<\/em>e, die durch ihn ein festes wissenschaftliches Fundament erhielt. Auch im Beirat setzte er sich f\u00fcr ein neues, dezidiert wissenschaftliches Profil der Gesellschaft ein: Erfolg war das <em>Sch\u00fctz-Jahrbuch<\/em>, \u201esein Kind\u201c gewisserma\u00dfen, das erstmals 1979 erscheinen konnte. Werner Breig hat es bis 1996 als verantwortlicher Herausgeber betreut, noch bis 2023 war er in beratender Funktion am Jahrbuch beteiligt. Mit zahlreichen grundlegenden Studien hat er das Jahrbuch zu einem wichtigen Publikationsorgan f\u00fcr die Musik von Sch\u00fctz und seiner Zeit gemacht und sich zugleich als f\u00fchrender Sch\u00fctz-Forscher seiner Zeit profiliert. Nat\u00fcrlich war er es, der f\u00fcr die 2. Ausgabe der Enzyklop\u00e4die <em>Die Musik in Geschichte und Gegenwart<\/em> den Artikel \u00fcber Sch\u00fctz (ebenso wie den \u00fcber Bach) verfasste.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Werner Breig brillierte nicht nur am Schreibtisch mit seinen an Pr\u00e4zision un\u00fcbertroffenen Editionen und Texten, er war zugleich ein gro\u00dfartiger Redner, der seinem Publikum in frei gehalten Vortr\u00e4gen auch komplexe Sachverhalte jederzeit verst\u00e4ndlich machte. Die N\u00e4he zur Praxis lebte er selbst, vor allem als ausgezeichneter Pianist, der Ausfl\u00fcge in die Unterhaltungsmusik nicht scheute, wenn er seinen drei S\u00f6hnen an Karneval alte Schlager vorspielte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In seinem Forscherleben blieb Heinrich Sch\u00fctz eine Konstante. Sch\u00fctz und seine Musik als Gegenstand wissenschaftlicher Arbeit und philologisch fundierter Edition, au\u00dferdem die Aufgabe der Sch\u00fctz-Gesellschaft, den Komponisten und sein Werk f\u00fcr die Praxis zu erschlie\u00dfen: Diesen Zielen hat sich Werner Breig stets verpflichtet gef\u00fchlt. Solange er konnte, besuchte er die Feste der Gesellschaft, er beriet j\u00fcngere Sch\u00fctz-Forscher bei ihren Arbeiten und war gerne bereit, seinerseits j\u00fcngere Kolleginnen und Kollegen kennenzulernen, mit ihnen in Austausch zu treten und von ihren Arbeiten zu profitieren. Aktiv blieb er bis zuletzt: Die von ihm herausgegebene gro\u00dfe Ausgabe des <em>Sch\u00fctz-Werke-Verzeichnisses<\/em> erschien 2023, in seinem 91. Lebensjahr, und noch 2025 konnten seine H\u00f6rer ihn beim Sch\u00fctz-Fest in Bad K\u00f6stritz erleben. Er bleibt uns unvergessen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Prof. Dr. Walter Werbeck<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 25.8.2026 ist Werner Breig im Alter von 94 Jahren in Erlangen gestorben. Der geb\u00fcrtige Zwickauer studierte seit 1950 zun\u00e4chst ev. Kirchenmusik in Berlin-Spandau, anschlie\u00dfend in Erlangen und Hamburg Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Bibliothekswissenschaft und wurde 1962 bei Hans-Heinrich Eggebrecht in Erlangen mit einer Dissertation \u00fcber Heinrich Scheidemann promoviert. 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