Internationales Heinrich-Schütz-Fest Zürich 2018

Heinrich Schütz im Konzert der Konfessionen
1. bis 4. November 2018

Das 49. Internationale Heinrich-Schütz-Fest steht 2018 im Zeichen der Schweizer Reformation, die mit einiger Verspätung auf die Vorgänge im Heiligen Römischen Reich auch hierzulande zur Glaubensspaltung mit Bürgerkriegen führte, welche die Landkarte der Alten Eidgenossenschaft zu einem kleinräumigen konfessionellen Flickenteppich verwandeln und auch in der Kirchenmusikpflege einen markanten Einschnitt bilden sollte.

Das Symposium, das in Zusammenarbeit mit dem Musikwissenschaftlichen Institut der Universität Zürich organisiert wird, möchte im Hinblick auf das Reformationsjubiläum und die spezifische konfessionelle Geschichte der Schweiz „Heinrich Schütz im Konzert der Konfessionen“ thematisieren, um einer protestantisch geprägten deutschen Rezeptionsgeschichte im internationalen Austausch neue Sichtweisen entgegenzustellen und seine zutiefst humane Musik in einen ökumenischen Kontext zu integrieren. Eingeladen werden hochkarätige Schütz-Forscher, die Unerschlossenes zu seinem Werk, die prägenden italienischen Einflüsse und vor allem Aspekte zur Wirkungsgeschichte des Komponisten aufweisen werden.

Eines der beiden vorgesehenen Konzerte findet im Rahmen eines ganzen Schütz-Zyklus statt, der innerhalb von fünf Jahren mit der Aufführung sämtlicher Werke den in der Schweiz arg vernachlässigten Komponisten einem breiteren Publikum nahebringen soll. Das auch instrumental gross besetzte Konzert des Ensembles Il Dolcimelo wird unter Ludwig Wicki mehrchörige Musik von Schütz selbst, seinem Lehrer Giovanni Gabrieli und seinem Zeitgenossen Claudio Monteverdi zur Aufführung bringen (3.11.), vgl. https://www.schuetz-zyklus.ch. Das seit 1963 erstmals wieder in Zürich veranstaltete Internationale Heinrich-Schütz-Fest bietet auch die Gelegenheit, den internationalen Gästen in verschiedenen Führungen den kulturelle Reichtum der Stadt Zürich (besonders die Orgeln und Handschriften), die schweizerische Reformation und – aus katholischem Blickwinkel – das Kloster Einsiedeln, dessen Stifts- und Musikbibliothek vorzustellen. Vorgesehen ist dafür ist ein gemeinsamer Ausflug am Freitagnachmittag, bei dem auch die lateinische Vesper besucht wird. Das Eröffnungskonzert mit den vier herausragenden Vokalsolisten des Ensembles „Stimmwerck“ wird am ersten Abend im Kulturhaus Helferei stattfinden (1.11.), in welchem noch die ehemalige Amtsstube Zwinglis besichtigt werden kann. Unter dem Programmtitel „Ut unum sint – Damit sie eins seien“ werden frühe mehrstimmige geistliche und andere Liedsätze der Renaissance und des Frühbarock dargeboten. Den Abschluss wird ein Festgottesdienst zum schweizerischen Reformationssonntag bilden, bei dem in der Kantorei Grossmünster unter der Leitung von Daniel Schmid Sangesfreudige aus der Heinrich-Schütz-Gesellschaft herzlich eingeladen sind, aktiv mitzuwirken.

Therese Bruggisser-Lanker

Das detaillierte Programm werden wir baldmöglichst bekannt geben.

König David und die Engelschöre (1588–1594), Jan I. Sadeler, Kupferstich nach Peter Candid (Pieter de Witte), 33,8 x 23.3 cm. Motto: »Jünglinge und Jungfrauen, Alte mit den Jungen, sollen loben den Namen Gottes« (Ps 148,12/13), an der Orgel Caecilia, auf den Notenblättern eine Motette von Orlando di Lasso, deren Text sich an den Lobpsalm 150,3–5 anlehnt. Vgl. Thea Vignau-Wilberg, O Musica du edle Kunst. Musik und Tanz im 16. Jahrhundert, S. 16.
Zürich: Grossmünster und Wasserkirche
Stiftsbibliothek Einsiedeln ©Guèrin Nicolas
Klosterkirche Einsiedeln
Murerplan von Zürich 1576